Über vierzig Jahre lebten viele Menschen und mit ihnen ihre
Kirchen in Ost(Mittel)Europa im kommunistischen Herrschaftsbereich. Der marxistisch-leninistischen
Ideologie entsprechend galten diese Menschen – weil religiös – als die
Hauptfeinde des kommunistischen Totalitarismus. Die Partei wollte sich die
Menschen für ihre Ideen und Programme „total“ gefügig machen. Religiöse
Menschen hingegen, die einmal ihr Knie vor Gott gebeugt haben, beugen ihr Knie
nicht mehr vor einer Partei. Das Unpolitischste, was die Religionen haben,
nämlich die Anbetung, erwies sich als das Politischste.
1989 zerriss der Eiserne Vorhang, fiel die Mauer in Berlin –
zusammen mit dem Ende der kommunistischen Herrschaft. Ost(Mittel)Europa machte
sich auf den Weg zu freiheitlichen Demokratien, mit einer sozialen Marktwirtschaft,
und das längerfristig im Rahmen des eins werdenden Europas.